Was ist der American Bulldog?
Wir alle kennen den AMERICAN BULLDOG aus Film und Fernsehen: “Spike” aus der Zeichentrickserie “Tom und Jerry” oder “Chance” aus Walt Disney’s “Zurück nach Hause”. Nun wo stammt dieser nicht nur unseren Kindern äusserst sympathische Zeitgenosse eigentlich her?
Der AMERICAN BULLDOG ist der direkte, fast unveränderte Nachfahre der frühen englischen Bulldogge, die wir heute nur noch von Bildern des 19. Jahrhunderts kennen. Diese Rasse war ein Luxushund der Oberschicht, denn Größe, Gewicht und Gemüt dieser Hunde machten sie zu einem teuren Vergnügen. Die Bulldogge war stets der Hof- und Repräsentationshund der Besserver- dienenden und verkörperte das Idealbild des englischen Nationalcharakters von Kraft, Beständigkeit und Besonnenheit.
Diese alte Bulldogge war die Ausgangsbasis für viele heute beliebte und bekannte Rassen:
English Bulldog, Französischer Bulldog und vor allem, was viele Liebhaber dieser Rasse heute verleugnen, den Deutschen Boxer. Die ersten im Zuchtbuch des Boxerklubs eingetragenen Hunde waren weiße Bulldoggen. Die Bilder der Boxer vom Anfang des 20. Jahrhunderts ziegen uns diesen “alten” Boxertyp, der sich im modernen AMERICAN BULLDOG erhalten hat - erfreuchlicherweise, wie wir meinen.
Diese ersten Boxer kamen am ehesten dem heutigen AMERICAN BULLDOG nahe; der moderne Boxer hat sich jedoch weit von diesem gerne vergessenen Ursprung entfernt - sehr zu seinem Nachteil allerdings, was Gesundheit, Anatomie und Lebenserwartung angeht.
Während der Besiedlung der Neuen Welt kamen mit den Siedlern aus England auch deren Hunde nach Amerika. Vor allem in den Südstaaten wurde der alte Typ bis heute bewahrt und auch teilweise zurückgezüchtet. Dort ist und war der AMERICAN BULLDOG stets ein beliebter und weit verbreiteter Hof-, Jagd- und Familienhund. Alle heutigen American Bulldogs stammen von den Hunden aus Alabama und Georgia ab, wo die Rasse als Farm- und Viehtreibhund ihre Arbiet verrichtete.
Die Vorraussetzungen für das Leben auf einer Farm waren zunächst Gesundheit, daneben aber auch absolute Verträglichkeit mit allen dort lebenden Tieren und Menschen. Ihre Fitness und Intelligenz haben die Hunde damals wie heute als Helfer beim Zusammentreiben von Viehherden unter Beweis stellen müssen. Diese Selektion haben die AMERICAN BULLDOGS ihr umgängliches und ruhiges Wesen zu verdanken, alle davon abweichenden Wesenszüge führen zum Ausschluss von der Zucht.
In unserer Zeit findet der AMERICAN BULLDOG seine Verwendung vorwiegend in der Jagd, die modernen Prüfungsstufen CD1 und 2 gelten der Arbeit am Schwarzwild, während die UCD 1-3 die Treibarbeit an Rinderherden beurteilen.
Offizieller Standard des American Bulldog
Geschichtlicher Hintergrund
Der American Bulldog ist entstanden als Packer (meist für Nutzvieh) und als Wach- und Schutzhund. Er war keine Rasse, die ein bedrohliches Äußeres haben sollte oder ein bestimmtes Aussehen.
Aber er brauchte die richtigen körperlichen Voraussetzungen, um die Aufgaben eines wahren Bulldogs erfüllen zu können. Er musste stark genug sein, um einen widerspenstigen Bullen zu Boden zu ringen und auch beweglich genug, um freilaufende, Wildschweine zu fangen.
Allgemeine Erscheinung
Der American Bulldog soll den Ausdruck großer Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer vermitteln und einen gut aufgebauten, stämmigen, kompakten Körper zeigen, aber frei sein von übertriebenem Gewicht. Rüden sind charakteristischerweise kräftiger, schwerer, starkknochiger und maskuliner als die Hündinnen. Der Hund ist weiß oder weiß mit Abzeichen in rot/falb oder gestromt. Die Abzeichen reichen von den traditionellen Schecken-Abzeichen (Monokel) über einem oder beiden Augen ode einem Abzeichen ams Schwanzansatz zu großen Sattel-ähnlichen Rückenabzeichen und zahlreicher anderen Flecken.
Zum Richten des American Bulldogs auf Ausstellungen wird unterschieden zwischen dem jeweils idealen “Standard-Typ” und dem idealen “Bully-Typ”, dies Anhand von Unterschieden in Ausdruck und Größe.
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Größe und Gewicht: |
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Rüden: |
Hündinnen |
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Bully-Typ |
59 - 69 cm Schulterhöhe, |
53 - 64 cm Schulterhöhe, |
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Standard-Typ |
34 - 50 kg |
27- 39 kg |
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Das Gewicht sollte im Verhältnis zur Größe angemessen sein! |
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Augen
Mittelgroß, jede Farbe erlaubt, die Nickhaut sollte nicht sichtbar sein. Schwarze Augenränder sind bei weißen Hunden zu bevorzugen. Rosa Augenränder gelten als kosmetischer Fehler.
Fang
Mittlere Länge (5 - 10 cm), quadratisch und breit mit einem kräftigen Unterkiefer. Die Lefzen sollten ausgeprägt, aber nicht lose sein. 42 - 44 Zähne.
Stadard-Typ: knapper Vorbiß bevorzugt, Scheren- oder Zangengebiß gelten als kosmetischer Fehler. Als anatomische Fehler gelten ein zu kurzer oder zu langer Fang, lose Lefzen, fehlende Zähne, mehr als 6mm Vorbiß, zu kleine Zähne oder ungleichmäßig stehende Schneidezähne.
Bully-Typ: klarer Vorbiß zwischen 3 und 7 mm, Schere oder Zange führen zur Disqualifikation. Zu bestrafen ist ein Fang kürzer als 5,5 cm oder länger als 11 cm.
Nase
Farbe schwarz oder grau. Hunde mit schwarzer Nase sollten schwarze Lefzen haben, rosa Flecken sind erlaubt. Eine rosa oder braune Nase gilt als kosmetischer Fehler.
Ohren
Kupiert oder unkupiert, unkupiert ist vorzuziehen.
Anmerkung: In Europa gilt das allgemeine KUPIERVERBOT!
Hals
Muskulös und von mittlerer Länge, leicht gebogen, sich verjüngend von den Schultern zum Kopf hin. Ein wenig Wamme ist erlaubt.
Schultern
Sehr muskulös, mit weit gewinkelten Schulterblättern, so platziert, daß die Ellbogen nicht ausdrehen.
Brust, Rücken und Lenden
Die Brust sollte tief und einigermaßen breit sein, aber nicht so breit, dass die Schultern nach außen gedrückt werden. Der Rücken sollte mittellang, kräftig und breit sein. Die Lenden sollten leicht abfallen und in einer leichten Biegung in die Hinterhand übergehen.
Fehler: weicher Rücken, schmale oder flache Brust, fehlende Geschlossenheit.
Hinterhand
Sehr breit und gut bemuskelt, ausgewogen im Verhältnis zu den Schultern. Schmale Hüften gelten als sehr schwerer Fehler.
Läufe
Stark und gerade mit kräftigen Knochen. Die Vorderläufe sollten nicht zu breit oder zusammen stehen.
Fehler: eindrehende Ellbogen oder Faßbeinigkeit.
Die Hinterläufe sollten eine deutliche Winkelung der Kniegelenke haben.
Bewegungsablauf
Die Bewegung ist gleichmässig und geschmeidig, kraftvoll und frei, zeigt Beweglichkeit mit leichten raumgreifenden Gängen. Starker Schub aus der Hinterhand mit entsprechendem Vorgriff der Vorderhand.
Bei schnellerer Bewegung bewegen sich die Füße zur Mittellinie des Körpers hin, um das Gleichgewicht zu halten. Idealerweise sollte der Hund sich auf der Linie bewegen.
Die Oberlinie bleibt dabei fest und gerade, parallel zur Bewegungsrichtung. Kopf und Schwanzhaltung entsprechen dabei einem stolzen, sicheren und aufgeweckten Tier.
Als Fehler im Bewegungsablauf gelten jeder Eindruck von Schwerfälligkeit, Werfen und/oder Rollen des Körpers, Schaukeln, und/oder Schleudern, kurze oder stelzende Schritte, ein- oder ausdrehende Kniegelenke, Paßgang, paddeln.
Solche Fehler des Bewegungsablaufs müssen in dem Maße bestraft werden, wie sie die Arbeitstauglichkeit des Hundes mindern.
Füße
Von angemessener Größe, gut aufgeknöchert und geschlossen, nicht gespreitzt.
Vorder-Mittelfuß kräftig, gerade und aufrecht.
Schwanz
Tief angesetzt, kräftig an der Wurzel, spitz auslaufend. Sollte sich nicht über den Rücken ringeln. Kupiert oder unkupiert.
Anmerkung: Auch für den Schwanz gilt in Europa KUPIERVERBOT !
Haarkleid
Kurz, dicht, fühlt sich fest an, nicht lang und kraus.
Farbe
Reinweiß, gescheckt, oder bis 90% Farbe (gestromte oder rote Abzeichen) mit weiß am Kopf
Auftreten
Aufgeweckt, interessiert an der Umwelt und freundlich, dabei selbstsicher. Unnahbarkeit gegenüber Fremden und Reserviertheit gegenüber anderen Hunden gelten nicht als Fehler.
Schwere der Fehler
Ein kosmetischer Fehler gilt als weniger wichtig.
Ein Fehler, der nicht als kosmetischer Fehler gilt, hat mit der Beschaffenheit eines Arbeitshundes zu tun.
Auf einer Ausstellung oder einer anderen Ausscheidung ist der Hund entsprechend der Schwere des Fehlers zu bestrafen.
Jeder extreme Fehler sollte als wichtig angeseen un entsprechend bestraft werden.
Wir haben keine klare Trennungslinie gezogen zwischen Standard- und Bully-Typ, da diese niemals den verschiedenen Typen Rechnung tragen könnte, die im Rahmen des American Bullog als Gebrauchshund akzeptiert werden müssen.
Übertypisierungen in den Standards anderer Rassen haben zur Degeneration dieser Rassen gefhührt, indem Hunde ausgeschlossen wurden, die wichtiges zum jeweiligen Gen-Pool hätten beitragen können.
Andere Merkmale als die im Standard aufgeführten stehen alles in Verbindung mit den Gebrauchshund-Eigenschaften, die vor allem, aber nicht nur in Beweglichkeit, Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, Beißkraft und Hitzeverträglichkeit bestehen.
Anmerkung: Die dargestellten Unterschiede zwischen Standard- und Bully-Typ gehen von einem idealen Vertreter des jeweiligen Typs aus und sind nur für Ausstellungszwecke gedacht.
Zusammenfassung der Unterschiede zwischen Standard- und Bully-Typ:
Derzeit sind viele AB Mischungen aus beiden Typen (Hybriden, Anm.). Die Unterscheidungsmerkmale wurden festgelegt, um getrennte Show-Klassen für beide Typen zu ermöglichen.
Im allgemeinen erlaubt der Bully-Typ einen etwas schwereren Hund und verlangt zumindest einen leichten Vorbiß zwischen 3 und 7 mm.
Diese Unterscheidung verlangt jedoch getrennte Show-Klassen für beide Typen.
Ein Hund kann nicht gleichzeitig in beiden Klassen gemeldet werden.
